Ulrike Rylance

Ulrike Rylance

Foto: privat 

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Ich lebe seit über 25 Jahren im Ausland, bin also mittlerweile schon über die Hälfte meines Lebens „Ausländerin“. Nicht ein einziges Mal ist mir in dieser Zeit von den „Einheimischen“ das Gefühl vermittelt wurden, dass ich in irgendeiner Weise nicht willkommen war. Im Gegenteil – die höflichen Engländer lächelten freundlich, wenn ich in meinem schaurigen Englisch anfangs auf sie einredete und dabei unabsichtliche Beleidigungen austeilte und die noch höflicheren Amerikaner hielten sich mit Belehrungen und Kommentaren zurück, wenn ich ahnungslos irgendeine deutsche Macke auslebte, die in Amerika als befremdlich gilt.
Ich weiß wie schwer es ist, sich in einem fremden Land einleben zu müssen, egal aus welchen Gründen man nun dort gelandet ist. Und wenn man dann noch nicht mal die Möglichkeit hat, seine Sachen zu packen und wieder in seine Heimat zu gehen, weil man sich nach Vertrautem sehnt, nicht klar kommt oder das Gefühl hat, dass man nicht gern gesehen wird, dann ist das ganz schrecklich und kaum zu ertragen.
Ich wünsche mir für alle, die in einem fremden Land einen Neuanfang wagen oder wagen müssen, dass ihnen dieselbe Freundlichkeit und Geduld entgegengebracht wird, wie ich sie erfahren durfte.
— Ulrike Rylance
Angela Bernhardt

Angela Bernhardt

Martin von Arndt

Martin von Arndt