Salah Naoura

Salah Naoura

Foto: Till Hülsemann

Foto: Till Hülsemann

Mein Vater kam in den 60er-Jahren aus Syrien nach Deutschland und wurde mit offenen Armen empfangen – damals brauchte Nachkriegsdeutschland dringend „Gastarbeiter“.

Heute rufen viele angesichts der Flüchtlingsproblematik reflexartig: „Das Boot ist voll!“

Was erstens nicht stimmt (im Gegenteil, das kinderarme Deutschland braucht dringend mehr Menschen) und außerdem erschreckend ist, weil die Boot-voll-Rufer offenbar kein Mitgefühl kennen. Wer von uns würde nicht sein Land verlassen, wenn dort Krieg, Armut, Hunger und Verfolgung herrschten?

Wie viele Deutsche mussten im Zweiten Weltkrieg ihr Land verlassen und haben eine neue Heimat gefunden? Es ist eine Gnade, dass wir hier auf diesem Fleck so lange in Wohlstand und Frieden leben durften, aber das Schicksal, auswandern zu müssen, kann jeden treffen, jederzeit.

Flüchtlinge sind Menschen in großer Not, und das deutsche Asylrecht ist ein Grundrecht. Was wir dringend brauchen: eine echte Willkommenskultur. Solange die Politik selber auf Ausgrenzung und Abschottung setzt, braucht man sich über Fremdenhass und brennende Flüchtlingsunterkünfte nicht zu wundern.
— Salah Naoura
Claudi Feldhaus

Claudi Feldhaus

Diana Hillebrand

Diana Hillebrand