Rüdiger Paulsen

Rüdiger Paulsen

Foto: privat

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Wir dürfen nicht vergessen, dass die westlichen Industrienationen für das augenblickliche Elend im Nahen Osten und in Afrika maßgeblich verantwortlich sind. Aber Geschichte war gestern und was vor 50 oder 100 Jahren passiert ist, interessiert heute keinen mehr. Wir wehren uns gegen TTIP und ignorieren oder wissen es auch einfach nicht, dass die EU vergleichbare Abkommen mit afrikanischen Staaten abgeschlossen hat. Die bekommen jetzt unsere Hühnerfleischabfälle als tiefgekühlte Fressblöcke serviert, was dazu führt, dass vielen Menschen dort die Existenzgrundlage entzogen wird. Diesen Menschen bleibt keine Wahl. Wenn sie überleben wollen, müssen sie nach Europa kommen.
Jetzt ernten wir, was Politik und global agierende Konzerne angerichtet haben. Sie drücken sich davor, Verantwortung zu übernehmen, versuchen uns weiß zu machen die Ursachen wären anderer Art. Leider sind sie auch damit erfolgreich.
Aber wir haben noch kritische Köpfe in diesem Land, haben noch Menschen, die ihre Empathiefähigkeit nicht im Wohlstandsmüll verloren haben und die diese Menschen willkommen heißen.
Der politische Kabarettist Georg Schramm hat ein Zitat von Papst Gregor dem Großen ausgegraben, das ich sehr beeindruckend finde:
»Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht.«
Angesichts der europäischen Flüchtlingspolitik, die menschenverachtender kaum sein kann, wird es wohl Zeit, zornig zu werden.
— Rüdiger Paulsen
Ralf Schwob

Ralf Schwob

Claudi Feldhaus

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