Wie wir leben wollen

Herausgegeben
von Matthias Jügler


Was bedeuten Heimat, Fremde und Identität? Eine junge Generation von Autorinnen und Autoren blickt auf die eigenen Wurzeln – Iran, Indien, Westjordanland, Rumänien, Ost- oder Westdeutschland – und die ihrer Eltern.

Der Botschafter des Sudan

von Björn Kern


Vor dem Restaurant Nil war die Markise ausgefahren, auf die es regnete, nicht stark, aber beständig, der Botschafter und ich waren die einzigen Gäste, vielmehr war ich sein einziger Gast.

Das Schicksal der Sterne

von Daniel Höra


In dem kleinen Grenzort hatten sie tagelang festgesessen, weil niemand sie abholen kam. Sie riefen mehrmals am Tag die Schlepper an, abwechselnd mit ihren altersschwachen Handys, denen man dabei zusehen konnte, wie sie langsam den Geist aufgaben. Und jedes Mal wurden sie am Telefon vertröstet.

Narbenland

von Tanja Dückers


Auf dem Rückweg lief ich in Herrn Barak hinein, der gerade den Apotheken-Fahrradständer ins Ladeninnere holte, um dann abzuschließen. Es war schon dunkel. „Guten Abend, Fräulein Zürn. Wie geht’s?“

Oktober 2015

von Jennifer Benkau


Eine kleine Stadt, irgendwo in NRW. Eine Notunterkunft für Flüchtlinge, prall gefüllt mit Familien, diesmal hauptsächlich aus Syrien und dem Irak. Mein Jüngster und ich verbringen seit über drei Monaten drei Vormittage in der Woche dort.

NOGIDA Heidelberg

von Prof. Jochen Hörisch


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Es gibt Szenen, die bei allem Frösteln und Erschrecken, die sie verbreiten, von unfreiwilliger Komik sind. Die Pegida-Demo-Szenen aus Dresden gehören dazu.